Lernen, Chancen und digitale Transformation – mybreev auf der TRANSFORM 2026 in Berlin
Arbeitskreis "Future of Learning" – weil Lernen sonst keine Chance hat
Seit Anfang des Jahres sind wir Teil der Bitkom. Und des Arbeitskreises Future of Learning. Und ja, das klingt erstmal nach einem dieser Gremien, in denen viel geredet und wenig bewegt wird. Ist es aber nicht. Hier sitzen Menschen, die wirklich verstanden haben, dass Lernen in Organisationen und der Gesellschaft neu gedacht werden muss – weil es sonst schlicht keine Wirkung entfaltet. Ohne Wirkung keine Motivation. Ohne Motivation keine Veränderung. So einfach ist das.
Es ging um Lernzonen. Nicht im Sinne von hübschen Sitzsäcken im Büro. Echte Räume – physisch und digital –, in denen Menschen ihr Potenzial ausschöpfen können. Was das braucht? Attraktive Medien. Einfache, ehrliche Sprache. Kein Fachjargon, der die Hälfte der Zielgruppe schon beim ersten Satz verliert.
Und dann ist da noch das Größere. Die Gesellschaft verändert sich – und mit ihr das Verhältnis der Menschen zu Wissen, zu Inhalten, zu dem, was sie überhaupt noch konsumieren wollen. Aufmerksamkeit ist das neue Öl, heißt es. Stimmt. Nur dass Öl irgendwann verbrannt ist. Aufmerksamkeit, richtig bespielt, kann wachsen. Aber sie lässt sich nicht erzwingen. Wer heute lernen will – wirklich lernen, nicht nur Häkchen setzen – der entscheidet selbst, wann, wie und womit. Das Konsumverhalten hat sich radikal verändert, und Lerninhalte, die das ignorieren, verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Gleichzeitig steht eine Frage im Raum, die unbequemer ist als sie klingt: Was passiert mit Kreativität, wenn wir sie immer öfter delegieren? An Tools, an Algorithmen, an ChatGPT. Die Antwort kennt niemand genau – aber eine Sache ist klar: Wer das kreative Denken verlernt, verliert auch die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen. Und ohne gute Fragen gibt es keine guten Antworten. Nicht von Menschen. Nicht von Maschinen. Und auch nicht von ihren Babysittern, den Menschen.
Für uns als E-Learning-Studio, das täglich daran arbeitet, die Medialität aus jedem noch so sperrigen Thema herauszukitzeln, war dieser Austausch schlicht Gold wert. Nicht weil wir Bestätigung brauchen – sondern weil gute Reibung den Blick schärft.
Ist Diversity tot? Kurze Antwort: Nein. Längere Antwort: auch Nein.
Der exklusive Roundtable zu CSR und Diversity war einer dieser Momente, in denen man merkt, dass hinter scheinbar müden Debatten noch richtig viel Feuer steckt. Die große Frage im Raum: Ist Diversity tot, weil der große Firstmover aus Übersee seine Programme gestrichen hat?
Die Teilnehmenden haben das sehr klar beantwortet. Die Bewegung lebt. Sie wird nur anders verpackt – weniger lautes Flaggezeigen, mehr strukturelle Arbeit da, wo es wirklich zählt. Im Unternehmen selbst. In den Strukturen. In der Haltung.
Die Albright Stiftung und The Impact Company haben Impulse gegeben, die saßen. Energisch diskutiert, wie große und kleine Unternehmen – trotz Budgetdruck, trotz der Gefahr, in der eigenen Blase zu versauern – Fairness wirklich fördern können. Dabei kam auf den Tisch, was viele denken, aber selten laut sagen: Es fehlt an Rolemodels. Das Management, das Diversität nicht nur in der Pressemitteilung lebt. Und Männer, die das Thema ernst nehmen – nicht weil sie müssen, sondern weil sie es kapiert haben.
Wer das alles noch für Kuscheldebatte hält, sollte mal rechnen. Laut McKinsey haben Unternehmen mit hoher Gender-Diversität in Führungsteams eine um 39 % höhere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich profitabel zu sein [1]. 39 Prozent. Das ist kein Moralprojekt. Das ist Wirtschaft. Und spätestens wenn die Babyboomer gehen – zwischen 2025 und 2035 verlässt ein Großteil der geburtenstarken Jahrgänge den Arbeitsmarkt, der deutschen Wirtschaft entstehen dadurch Produktionsausfälle von bis zu 49 Milliarden Euro jährlich[2] – dann wird klar, was es kostet, wenn Menschen sich an ihrem Arbeitsplatz nicht entfalten können und Talente einfach abwandern.
Unternehmen müssen keinen Regenbogen nach außen hängen. Sie müssen einen Arbeitsplatz schaffen, an dem sich Menschen wohlfühlen, offen miteinander reden, wachsen und wirtschaftlich etwas bewegen können. Harte Fakten. Keine vermeintliche Kuschelpolitik – das ist bloß eine häufig gebrachte Fehlinterpretation, die sich eigentlich niemand wünscht. Nicht die Mitarbeitenden. Nicht die Führung. Und ehrlich gesagt auch nicht die, die laut dagegen wettern.
Fazit – und ein echtes Dankeschön
Die TRANSFORM ist ein Muss. Für alle, die nicht nur smarte digitale Tools kennenlernen wollen. Es ist eine der stärksten Zusammenkünfte für alle, die verstanden haben: nichts davon funktioniert, wenn der Lernwille fehlt. Und den weckt man nur mit einer Mischung aus kreativem Herz und sachlichem Blick aufs große Ganze.
Danke an Bitkom, Fraunhofer FOKUS, Albright Stiftung, The Impact Company und alle weiteren Partner und Teilnehmenden, die Transformation nicht nur besprechen, sondern wirklich gestalten. Bis zum nächsten Mal, Berlin.
Quellen
[1] McKinsey & Company, Diversity Matters Even More, März 2024
[2] Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Fachkräftemangel: Wirtschaft verliert 49 Milliarden Euro, 2024