EmpCo-Richtlinie ab 2026: Was das Marketing jetzt über Greenwashing wissen muss
Die EmpCo-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2024/825) revolutioniert die Nachhaltigkeitskommunikation in der EU und zielt direkt auf Greenwashing ab, also irreführende Umwelt- und Sozialversprechen, die Verbraucher täuschen. Sie ergänzt bestehende Verbraucherschutzregeln und fordert Belege für alle relevanten Claims. Praktische Schulungen können Teams helfen, die neuen Anforderungen schnell zu meistern.
Basisinfos: Worum geht es bei der EmpCo-Richtlinie?
Die EmpCo-Richtlinie, offiziell „Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher in Richtung eines grünen Wandels“, ergänzt die Unlauteren-Geschäftspraktiken-Richtlinie (UCPD) und verbietet vage Begriffe wie „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ ohne wissenschaftliche Belege. Sie fordert transparente, verifizierbare Umweltclaims, inklusive Angaben zu Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recycling, auch für Sozialaspekte wie Diversität.
Die Richtlinie wurde im Januar 2024 vom EU-Parlament verabschiedet, im Februar 2024 vom Rat der EU bestätigt und trat am 26. März 2024 in Kraft. EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland müssen sie bis 27. März 2026 ins nationale Recht, etwa das UWG, umsetzen; ab 27. September 2026 gilt sie verbindlich EU-weit.
Stellen Sie sich vor, Ihr nächster Slogan „grün wie die Wiese“ landet vor Gericht: Klingt nach Gras, schmeckt nach Bußgeld? Lassen Sie uns sehen, wen das wirklich trifft.
Wer ist generell betroffen?
Alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen in der EU vermarkten und B2C-Kommunikation mit Umwelt- oder Sozialclaims betreiben, fallen unter EmpCo, ohne Ausnahmen für KMU oder Mikrounternehmen. Das umfasst Werbung, Verpackungen, Websites, Social Media und Verkaufsargumente; auch implizite Claims wie grüne Logos zählen. B2B-Unternehmen sind indirekt betroffen, wenn ihre Produkte downstream in B2C-Ketten landen.
Besonders betroffene Branchen und Unternehmen
Hochrisikobereiche sind Energie, Mobilität wie E-Autos mit „grün“-Claims, Mode/Textil mit „nachhaltiger Mode“, Finanz- und Versicherungsprodukte wie „grüne Investments“, Lebensmittel mit „bio-ähnlich“ sowie Kosmetik. Diese Branchen nutzen häufig vage Versprechen, die nun bußgeldträchtig werden, etwa „klimaneutral“ ohne Scope-3-Belege. Mittelständler in Konsumgütern und Online-Händler sind ebenso gefährdet wie Großkonzerne.
| Branche | Typische Risiko-Claims | Betroffene Unternehmenstypen |
|---|---|---|
| Energie/Mobilität | „Klimaneutral“, „CO2-frei“ | Autohersteller, Energieversorger [web:4] |
| Mode/Textil | „Nachhaltig produziert“, „Öko-Fashion“ | Fast-Fashion-Ketten, Textilmarken [web:4] |
| Lebensmittel | „Natürliche Zutaten“, „Tierfreundlich“ | Supermärkte, Bio-Produzenten [web:4] |
| Finanzen | „Grüne Anlagen“, „ESG-konform“ | Banken, Versicherer [web:4] |
| Kosmetik | „Vegan“, „Cruelty-free“ ohne Siegel | Drogerie-Produkte, Luxusmarken [web:4] |
Risiken bei Nichteinhaltung: Bußgelder und mehr
Verstöße führen zu Unterlassungsanordnungen, Korrekturpflichtern und öffentlichen Namensnennungen plus Bußgeldern bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes nach UWG. In Deutschland drohen Abmahnungen durch Verbraucherschützer, Reputationsverluste und Strafen wie die 25 Millionen Euro gegen eine Fondsgesellschaft. Langfristig entsteht Verbrauchervertrauensverlust und Marktausschluss.
Wer sollte geschult werden? Der Aufruf an Marketierer und Produktmanager
Primär Marketierer, Kommunikationsverantwortliche, Produktmanager und Content-Creator formulieren die Claims und tragen die Haftung. Auch Vertrieb, Einkauf und Legal-Teams profitieren von einheitlichem Wissen.
Praktische Tipps: Erste Schritte zur Compliance
Unternehmen starten mit einer Bestandsaufnahme aller aktuellen Green Claims auf Websites, Verpackungen und Social Media, inklusive Belege prüfen und dokumentieren. Erstellen Sie interne Checklisten für Claims: Sind sie spezifisch, messbar und verifiziert? Nutzen Sie Tools wie Umsetzungspläne für zukünftige Ziele mit externer Überwachung. Integrieren Sie Prozesse: Marketing-Review vor Launch und Schulungen für Teams, um einheitliches Verständnis zu schaffen.
Checklisten sind super, aber ohne Action wie ein Auto ohne Benzin: Zeit für den Turbo, Entscheider!
Was ist jetzt zu tun? Der nächste Schritt für Entscheider
Bis September 2026 bleibt Zeit, aber der Countdown läuft: Führen Sie sofort eine Gap-Analyse durch und schulen Sie Ihre Marketierer. Interne Schulungen mit kurzen Modulen, Checklisten und Zertifikaten sorgen für schnelle Umsetzung.
Oder warten Sie, bis der erste Mahnbescheid grüner leuchtet als Ihr Logo? Die Zeit zum Handeln ist jetzt.