MVFP Sommerfest Bayern 2026: E-Learning für Demokratie
MVFP-Sommerfest Bayern 2026: Warum E-Learning das neue Aufklärungsformat ist
Ein lauer Sommerabend am Seehaus im Englischen Garten in München. 25 Grad. Kaum Wind. Und Stimmengewirr über dem Kleinhesseloher See.
Rund 150 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft – und mittendrin mybreev-Gründer und -Geschäftsführer Uwe Röniger im Gespräch mit Verlegern über eine Frage, die ihn seit Jahren umtreibt: Wie lassen sich demokratische Prinzipien und Prozesse so vermitteln, dass Menschen sie im Alltag verstehen und anwenden? Seine Antwort ist E-Learning – als Aufklärungsinstrument, nicht nur als Pflichtschulung.
Kurz zusammengefasst: Das Sommerfest der MVFP-Landesvertretung Bayern brachte in München die bayerische Verlagslandschaft mit Landespolitik und Partnerunternehmen zusammen. Im Zentrum standen Pressefreiheit, ein verlässlicher Ordnungsrahmen für KI und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Verlagen. Für mybreev war der Abend ein Termin an genau der Schnittstelle, an der das Unternehmen arbeitet: Medien, Demokratie und digitale Wissensvermittlung.
E-Learning für Demokratie: Was mybreev umtreibt
Uwe Röniger beschreibt die Aufgabe einfach und klar: „Wer Desinformation erkennen soll, muss wissen, wie Information entsteht. Wer Verantwortung im Unternehmen trägt, muss demokratische Grundprinzipien kennen – Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Datenschutz, Sorgfaltspflicht.“
Genau hier setzt digitales Lernen an. E-Learning erreicht große Belegschaften, wiederholbar, in kurzen Einheiten, messbar. Es macht aus abstrakten Prinzipien konkrete Handlungssicherheit: im Umgang mit Quellen, mit KI-generierten Inhalten, mit Manipulationsversuchen von außen.
"Demokratie ist kein Wissensfach, sondern eine Praxis. Und Praxis kann man trainieren – dafür ist E-Learning das wirksamste Werkzeug, das wir haben", so das Credo von Uwe Röniger, Geschäftsführer von mybreev.
Dass diese Mission bei einem Verlegerfest auf offene Ohren stößt, hat einen Grund: Verlage machen im Kern dasselbe. Nils von der Kall, CEO der ZEIT Verlagsgruppe, brachte es an diesem Abend auf den Punkt: "Was wir verkaufen, ist Journalismus – wir verkaufen Aufklärung."
Warum starke Medien-Netzwerke gerade jetzt wichtig sind
Das Sommerfest am Seehaus lebte von der Mischung. Publikumsmedien neben Fachmedien, konfessionelle Presse neben Digitalanbietern, dazu Vertreter der Landespolitik. Der Ton war entspannt, die Gespräche waren es nicht immer – aber genau das macht den Wert eines solchen Abends aus.
Horst Ohligschläger, Vorsitzender des MVFP Bayern, betonte die Relevanz des Austauschs: "Gerade in Zeiten großer Veränderungen braucht unsere Branche starke Netzwerke und eine starke Stimme vor Ort. Landesvertretungen wie der MVFP Bayern bringen Verlage zusammen, fördern den Austausch mit der Landespolitik und schaffen Raum für den Dialog."
Anina Veigel, Geschäftsführerin der MVFP-Landesvertretungen Bayern und NRW, fasste den Abend zusammen: "Unser Sommerfest macht sichtbar, wofür der MVFP Bayern steht: Hier kommt die Vielfalt der bayerischen Verlagslandschaft zusammen – von Publikums- und Fachmedien bis hin zur konfessionellen Presse."
Tausende Arbeitsplätze – ein Garant für Stabilität
Der MVFP ist die größte Interessenorganisation für die Zeitschriftenpresse in Deutschland und Europa
- Rund 350 Verlage sind im MVFP organisiert
- Über 7.000 Zeitschriften- und Medienangebote stehen hinter diesen Verlagen
- Rund 90 bayerische Zeitschriftenunternehmen organisiert die Landesvertretung MVFP Bayern – darunter Hubert Burda Media, Condé Nast, Vogel Communications Group und Wort & Bild Verlag
- Rund 90 Prozent des Umsatzes im Markt der Zeitschriftenbranche entstehen bei den MVFP-Mitgliedsverlagen
- Fünf Landesvertretungen und drei Fachvertretungen bilden die Struktur des Verbands MFVP.
Hinter den 350 Verlagen stehen tausende Arbeitsplätze in Redaktionen, Vertrieb, Technik und Verlagsmanagement – und eine mittelständisch geprägte Struktur, die Vielfalt überhaupt erst ermöglicht.
Kreative Leistungen? Unbedingt schützen!
Dr. Florian Herrmann, MdL, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, war sehr deutlich vor den rund 150 Gästen deutlich:
"Eine freie Presse ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für eine freie Gesellschaft und eine lebendige Demokratie. Qualitätsjournalismus schafft Orientierung, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist das wirksamste Gegengewicht zu Desinformation und Manipulation."
Bayern setze sich für starke Medienunternehmen, faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Zeitalter und einen verlässlichen Ordnungsrahmen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz ein. Herrmann machte zudem deutlich, dass Urheber- und Leistungsschutzrechte an das KI-Zeitalter angepasst werden sollten, um kreative Leistungen zu schützen, Innovationen zu ermöglichen und faire Vergütung zu sichern.
Die vier konkreten Baustellen des neuen Chefs
MVFP-Vorstandsvorsitzender Lars Joachim Rose, Verleger der Mediengruppe KLAMBT, nannte konkrete Baustellen:
- GWB-Novelle: Der Entwurf enthalte einzelne positive Schritte, helfe bei der Erleichterung von Marktkonsolidierungen aber nicht ausreichend weiter. "Die digitale Substitution und der intermediale Wettbewerbsdruck auf die Werbe- und Vertriebsmärkte gedruckter Zeitschriften und Zeitungen wird weiterhin nicht berücksichtigt. Das wirkt zunehmend fatal."
- Digitaler Medienstaatsvertrag: "Es wäre ein nicht hinnehmbarer Eingriff in Pressefreiheit und Pressevielfalt, wenn Behörden einzelne Presseangebote bestimmen würden, die dann bevorzugt vor allen anderen Angeboten zu verbreiten wären."
- KI-Mediensubstitute: Es sei falsch und gefährlich, wenn Suchmaschinen oder Tech-Giganten eigene KI-Substitute in Ranking und Darstellung bevorzugten und die menschengemachte Presse aus der Sichtbarkeit verdrängten. "Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und freie Meinungsbildung sind Grundfreiheiten von Menschen für Menschen, nicht von und für Maschinen."
- Mehrwertsteuer: "Die Absenkung der Mehrwertsteuer für periodische Presseprodukte auf null ist unverändert die unbedenklichste und beste Unterstützung. Sie würde sofort wirken, wäre inhaltsneutral, leicht umzusetzen, bürokratiefrei, ohne Genehmigungszwang in Brüssel."
E-Learning: Was Print- und Digital-Verlage verbindet
Nils von der Kall, CEO der ZEIT-Gruppe, zeigte am Beispiel der von der ZEIT entwickelten Suchmaschine zur NSDAP-Mitgliederkartei, wie KI journalistische Arbeit erweitert: Millionen gescannter Karteikarten aus dem US-Nationalarchiv wurden mit KI-Software durchsuchbar gemacht. "Ohne den Einsatz künstlicher Intelligenz wäre dieses wertvolle Projekt nicht möglich gewesen." Sein Fazit: "KI ist kein Ersatz für Journalismus, sondern eine Erweiterung unserer journalistischen Möglichkeiten."
Für digitale Bildung gilt dasselbe. KI beschleunigt Produktion, Übersetzung und Personalisierung von Lerninhalten. Die didaktische Verantwortung, die Faktenprüfung und die Haltung bleiben menschlich. Auch von der Kalls Beobachtung zu jungen Zielgruppen ist übertragbar: Über Video, Podcast und Social Media erreiche die ZEIT junge Menschen erfolgreich – "das zeigt, dass junge Menschen sehr wohl Interesse an geistreichen Inhalten haben". Gute Inhalte scheitern selten am Thema, oft am Format.
Fazit: Aufklärung braucht Medien und Lernformate
Freie Medien und wirksame Weiterbildung verfolgen dasselbe Ziel: Menschen in die Lage versetzen, informierte Entscheidungen zu treffen. Der Abend am Seehaus hat gezeigt, wie eng Medienpolitik, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und demokratische Bildung zusammenhängen – und wie produktiv der direkte Austausch zwischen Verlagen, Politik und Partnerunternehmen ist
Demokratiekompetenz im Unternehmen aufbauen
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